ÖPNV-Strategiekommission fehlt Mut zu Veränderungen

Fahrgäste können keine schnellen Verbesserungen erwarten

In ihrem am 15. Dezember 2017 vorgestellten Abschlussbericht hat die ÖPNV-Strategiekommission für den sächsischen Nahverkehr eine ganze Reihe von Handlungs-empfehlungen abgegeben. Trotzdem finden sich dort keinerlei Vorschläge, die für die Fahrgäste kurzfristige Verbesserungen bringen werden.

„Besonders deutlich wird der fehlende Mut zur Veränderung beim Blick auf die Organisations-strukturen, denn dort soll sich gar nichts ändern,“ kritisiert Laurenz Heine, Vorsitzender des VCD Elbe-Saale, den Abschlussbericht.

Verschiedene Parteien, der Verkehrsminister selbst und auch zahlreiche Experten hatten zu Beginn der Kommissionsarbeit vor über zwei Jahren erklärt, dass es ein ‚Weiter so‘ nicht mehr geben dürfe und die Anzahl der Zweckverbände deutlich reduziert werden müsse. Von diesen Ankündigungen ist im Abschlussbericht nun nichts mehr übrig. Anstatt für schlanke, effiziente und auf die Wünsche der Fahrgäste abgestimmte Strukturen zu sorgen, soll es keinerlei Reform geben.

„Damit können wir uns nicht zufrieden geben,“ erklärt Laurenz Heine und ergänzt: „Offensichtlich haben die Kommissionsmitglieder erkannt, dass die derzeitigen Strukturen nicht mehr zeitgemäß sind. Doch statt einer Verringerung der Zweckverbände schlagen sie eine ‚Koordinierungsstelle‘ für die Bearbeitung landesbedeutender Aufgaben vor. Im Endeffekt haben wir noch mehr Bürokratie ohne direkten Nutzen für die Fahrgäste.“ Denn für Bahn- und Buskunden, die wie z.B. in Mittelsachsen direkt im Einzugsbereich mehrerer Verkehrsverbünde wohnen, würde sich durch diesen Vorschlag nichts ändern.

Um den sächsischen Nahverkehr aber wirklich voranzubringen und kundenfreundlich zu gestalten, bräuchte es eine landesweite Vernetzung. Verbundgrenzen dürfen keine Barrieren mehr sein.

„Ohne eine zentrale Bündelung der Aufgaben werden wir es weder schaffen, ein einheitliches und landesweites Busnetz zu etablieren, noch werden wir in der Lage sein, die Voraussetzungen für einen integralen Taktfahrplan zu schaffen. Im Gegenteil: es wird weiterhin jeder sein eigenes Süppchen kochen,“ so Laurenz Heine.