VCD kritisiert Abschlussbericht der ÖPNV-Strategiekommission

Ergebnisse der Kommission für Sachsen bleiben hinter Erwartungen zurück

Heute hat die ÖPNV-Strategiekommission in Dresden ihren Abschlussbericht vorgelegt. Darin sind auf knapp 100 Seiten die Ergebnisse aufgeführt, die die Kommission in ihrer mehr als zweijährigen Arbeit zusammengetragen hat. Die dort formulierten Handlungsempfehlungen sollen nach dem Willen der Kommission nun bis spätestens 2030 umgesetzt sein.

Allerdings bleiben die Ergebnisse weit hinter den Erwartungen des ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) zurück. „Von einer so hochkarätig besetzten Kommission, die mehr als zwei Jahre getagt hat, hätte ich mir bessere Ergebnisse gewünscht“, erklärt Laurenz Heine, Vorsitzender des VCD Elbe-Saale.

Insgesamt hat die Kommission 13 Handlungsempfehlungen ausgesprochen, die sich allerdings in Umfang und Qualität stark unterscheiden. Während es z.B. zur Verbesserung der Busverkehre im ländlichen Raum gute Vorschläge gibt, wird die Einführung eines integralen Taktfahrplans allenfalls gestreift. „Vor allem die grundlegenden Fragen der Organisationsstrukturen im sächsischen ÖPNV werden nur mit einem ‚Weiter so!‘ beantwortet. Das springt definitiv zu kurz“, kritisiert Laurenz Heine.

Auch zu der Frage, wie die Attraktivität des Schienenverkehrs in Sachsen weiter gesteigert werden könnte, bleibt der Bericht klare Antworten schuldig. Stattdessen drängt sich der Verdacht auf, dass in Zukunft noch weitere Bahnverbindungen in Sachsen gestrichen werden sollen. „Wer nur von Nachfrageorientierung spricht, der hat die Zeichen der Zeit nicht verstanden“, erklärt Heine und betont: „Es müsste viel mehr für ein attraktives Bahnangebot gemacht werden, nicht nur in den Ballungsräumen. Dazu gehört eine bessere Verzahnung mit dem Busverkehr und die Einführung von mindestens einem Stundentakt auf allen Strecken. Nur so wird das Angebot attraktiv und kann Menschen überzeugen, vom Auto auf die Bahn umzusteigen.“

Immerhin soll es in Zukunft nun einen Sachsen-Tarif geben, um verbundübergreifende Fahrten einfacher zu machen. „Bis es aber soweit ist, wird noch viel Wasser die Elbe hinunterfließen. Es geht alles zu langsam – ein richtiger Wille, im sächsischen ÖPNV etwas zu verändern, sieht anders aus“, fasst Laurenz Heine seine Kritik zusammen.