Wirtschaftskammern im Gestern verhaftet

Mobilität Leipzig 700 plus will 20 Jahre altes Verkehrskonzept umsetzen

Pressemitteilung, Leipzig, 27.08.2017. Der ökologische Verkehrsclub VCD in Leipzig weist die Forderungen der Wirtschaftskammern IHK Leipzig, Handwerkskammer Leipzig und Ingenieurkammer Sachsen zum Ausbau des Straßennetzes im Leipziger Stadtgebiet entschieden zurück. Dies sei wahrhaftig Verkehrsplanung aus dem letzten Jahrhundert und entspreche nicht der aktuellen Stadt- und Verkehrsentwicklung sowie der Umwelt- und Klimaschutzproblematik des 21. Jahrhunderts.

„Die Kammern waren selbst an der Entwicklung des Stadtentwicklungsplanes Verkehr und öffentlicher Raum aktiv beteiligt,“ so Laurenz Heine, Vorsitzender des Landesvorstands VCD Elbe Saale und Bewohner von Leipzig. „Darin wird eine Verlagerung wesentlicher Teile des privaten Pkw-Verkehrs auf andere Verkehrsträger angestrebt, um dem Wirtschaftsverkehr den notwendigen Raum zu geben.“ Die von den Kammern prognostizierte Zunahme von rund 30 Prozent würde nur eintreten, wenn dieses Ziel verfehlt wird oder die Stadt deutlich schneller wächst, als derzeit erkennbar. Beide Szenarien sind aus Sicht des VCD Leipzig nicht realistisch.

Vielmehr muss es gelingen, die Ziele des Stadtentwicklungsplanes erfolgreich umzusetzen. Sollte die Stadt so wie in den letzten anderthalb Jahren eher moderat wachsen, kann der private Autoverkehr auf den Straßen unverändert bleiben. Laurenz Heine: „Forderungen nach der Umsetzung von Straßenbauprojekten, die vor mehr als 20 Jahren angedacht waren, sind kein Paradigmenwechsel, sondern ein Rückfall in das vergangene Jahrhundert.“

Der VCD Leipzig fordert den Oberbürgermeister und die Stadtverordneten auf, sich weiter für eine zukunftsweisende Entwicklung der urbanen Mobilität einzusetzen und diese auch umzusetzen. Die Stadt Leipzig kann sich nur weiterentwickeln, wenn ein attraktives Angebot an Bussen und Bahnen besteht sowie Radfahrern und Fußgängern mehr Raum gegeben wird.