Neue Preise treffen tausende ÖPNV-Pendler besonders hart

Für regelmäßig mit Bus und Bahn im Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) fahrende Pendler ist die günstigste Dauerfahrkarte das sogenannte Jobticket, bei dem sich Arbeitgeber an den Kosten beteiligen und somit ihren Mitarbeitern eine unschlagbar günstige Mobilität – rund um die Uhr – anbieten. Wer in einem Betrieb arbeitet, der kein Jobticket anbietet, für den ist bisher das Jahresticket die preiswerteste Alternative.

VCD kritisiert deutliche Preissteigerungen

Lutz Dressler vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Elbe-Saale kritisiert den jüngst vom Verkehrsverbund Oberelbe beschlossenen Wegfall der Jahreskarte zum 31. Juli 2017 scharf. Bisher bietet die Jahreskarte, bei denen die Nahverkehrskunden für ein Jahr in Vorleistung gehen, einen Zusatzrabatt in Höhe von 5% auf das klassische Abonnement.
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Dieser Rabatt wird nun im Sommer 2017 gestrichen. Davon betroffen sind tausende Kunden allein schon in Dresden. „Beschlossen wurde der neue Tarif, der ab August 2017 gelten soll, auf der Zweckverbandsversammlung des VVO, in dem Politiker aus der Landeshauptstadt und den benachbarten Landkreisen sitzen.“ Ersetzt werden die bisherigen Jahreskarten durch eine jahresweise Zahlmöglichkeit der Abo-Monatskarte. Unterm Strich bedeutet das für die Jahreskartenkunden eine versteckte Preissteigerung von im Schnitt 7,8 Prozent auf einen Schlag. Wer beispielsweise täglich von Riesa nach Dresden pendelt und kein Jobticket nutzen kann, muss so ab 2018 über 120 Euro mehr bezahlen.

Der Sprecher des VCD-Landesverbandes richtet einen deutlichen Appell an die Politiker: „Das gute Bus- und Bahnangebot im VVO muss bezahlbar sein. Die Preissteigerung, die einseitig Pendler belastet muss zurückgenommen werden.“ Dressler wünscht sich, dass alternative Fahrpreiskonzepte erarbeitet werden.

Besonders im 10-Jahresvergleich werde deutlich, dass gerade die Jahreskartenbesitzer als treueste Kunden beträchtliche Preissteigerungen hinnehmen müssen.

Wenn der neue Tarif nicht mehr abgeändert wird, dann werden die preiswerten Jahreskarten derzeit letztmals verkauft. Sie gelten vom 1. Januar 2017 bis zum 1. Januar 2018 und können beim Kauf zum Normalfahrpreis an Wochenend- und Feiertagen als Familientageskarten genutzt werden. Das heißt, in der gültigen Tarifzone können dann noch ein weiterer Erwachsener und bis zu vier Kinder bis 14 Jahre mitgenommen werden. Diese Mitnahmeregelung gilt nur in den Sonderverkehrsmitteln wie zum Beispiel die Bergbahnen in Dresden nicht. Ein Fahrrad oder ein Hund kann jedoch jederzeit auf der Jahreskarte mitgenommen werden.

Fahrpreisentwicklung im 10-Jahresverleich

Fahrpreisentwicklung im VVO im 10-Jahresverleich