Zweispurige Königsbrücker Straße reicht völlig aus!

VCD Dresden warnt vor überzogenem Ausbau der Neustadtmagistrale und wertet eigene Verkehrsmessungen aus

In der Diskussion zum Umbau der Königsbrücker Straße steht die Ortsgruppe Dresden des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland (VCD) voll hinter den Plänen eines zweispurigen Ausbaus im Bestand auf voller Länge. Diese so genannte Variante 8.4 ist nicht nur städtbaulich die beste, sie bietet zudem die höchste Aufenthalts- und Lebensqualität für Bewohner und Passanten im Straßenzug und ist zudem die kostengünstigste. „Wir haben nachgemessen und Vergleiche mit ähnlichen Situationen in der Stadt gezogen. Die Variante 8.4, die mit einer Fahrspur je Richtung für Pkw und Straßenbahn auskommt, ist unter Abwägung aller Argumente das Beste für Dresden!“ Damit zeigt Karsten Imbrock, Sprecher der VCD-Ortsgruppe Dresden, im Vorfeld der Bürgerversammlung zu den Ausbauplänen im Romain-Rolland-Gymnasium am Donnerstagabend deutlich die Position des VCD auf.

Die Frage, die sich der VCD nun stellt ist, wie schnell es denn über die Königsbrücker gehen soll: „Wir haben die Verkehrsbelastung sowie die Geschwindigkeit an vergleichbaren Punkten der Stadt gemessen, um uns ein eigenes Bild zu verschaffen. Dabei haben wir festgestellt, dass beispielsweise die Verkehrsmenge auf der Kesselsdorfer Straße zwischen Wernerstraße und Rudolf-Renner-Straße mit ca. 17.500 Fahrzeugen pro mittlerem Verkehrstag deutlich größer ist als auf der Königsbrücker mit ca. 14.500 Fahrzeugen.

An der Kesselsdorfer ruft keiner nach einem vierstreifigen Ausbau oder einem separaten Gleis für die Bahn“, so Imbrock weiter. Im Gegenteil: Mit dem Ausbau der Coventrystraße sowie der Wernerstraße steht demnächst ein Rückbau der Kesselsdorfer Straße an, so dass im Bereich der Haltestelle an der Tharandter Straße nur noch Straßenbahnen und Busse fahren. „Das gibt eine ganz neue Stadtqualität in diesem Bereich und einen Schub für den Dresdner Westen!“ freut sich Clemens Kahrs, Schatzmeister des VCD-Landesverbandes Elbe-Saale. „Die Politik muss im kommenden Doppelhaushalt auf jeden Fall die Haushaltsmittel bereit stellen, damit nächstes Jahr auch wirklich gebaut werden kann“, so Kahrs weiter. Dieses Potenzial hat auch die Königsbrücker Straße.

Der VCD will die Königsbrücker Straße zwar nicht still legen, zieht jedoch die Parallelen zur Kesselsdorfer: „Die Neustadt wird durch die Waldschlösschenbrücke stark entlastet, mit der Hansastraße gibt es eine leistungsfähige Straße, um von der City in den Norden zu gelangen. Da ist es folgerichtig, jetzt auch die Königsbrücker im Bestand zu sanieren und eben nicht breiter werden zu lassen. Das genau ist der Plan der Variante 8.4!“ Da sind sich Imbrock und Kahrs einig. Die Variante 8.4 wird den Plänen zufolge für einen deutlich besseren Verkehrsfluss als heute sorgen und ist damit förderfähig.

Die beiden VCD-Vertreter fordern zudem: „Die Tempobegrenzung auf 30 Stundenkilometer muss auch nach dem Umbau beibehalten werden.“ Stadtauswärts sind auf der ,Königsbrücker Straße heute schon alle im Mittel mit 37 km/h unterwegs – trotz Tempolimit und Holperpiste. „Tempo 30 ist für alle hilfreich: Weniger Lärm, Verstetigung des Verkehrsflusses und die Einsparung von Kraftstoff. Das bringt die Stadt den Klimazielen näher und schont den Geldbeutel jedes Einzelnen“, rechnet Clemens Kahrs vor.

Natürlich sorgt Tempo 30 auch für mehr Sicherheit im zentralen Abschnitt mit außerordentlich hohem Fußgängeranteil. „Schauen Sie sich das bunte Treiben an: Die Leute werden auch künftig im gesamten Verlauf der Straße die Seite wechseln wollen!“ so Karsten Imbrock. „Je schmaler der Querschnitt, desto besser sind die Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer.“

Der VCD fordert alle Beteiligten auf, Maß beim Umbau der Königsbrücker Straße zu halten. „Hier geht es um ein großes Stück Lebensqualität sowie Identität der Stadt. Bauen wir die Königsbrücker so wie in der Variante 8.4 beschrieben, können alle beruhigt der Zukunft entgegenblicken!“ Da sind sich die VCD-Experten sicher.

PDF: Auswertung der VCD-Verkehrsmessung
Querschnittsbelastung sowie Geschwindigkeitsniveau an der Kesselsdorfer Straße (Höhe Wernerstraße) sowie der Königsbrücker Straße (Höhe Jordanstraße)