Ökologischer Verkehrsclub fordert Ende der Preisspirale

VCD sieht die öffentliche Hand in der Verantwortung

Es ist wie in dem berühmten Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Pünktlich zum Frühlingsbeginn verkündet der MDV die erneute Erhöhung seiner Fahrpreise und begründet dies vor allem mit steigenden Kosten bei Fahrzeugen, Kraftstoffen und  Personal.

„Das sind nachvollziehbare Gründe“, sagt Laurenz Heine, Vorsitzender des VCD Landesverbands Elbe-Saale, „aber genau diese Gründe werden den Fahrgästen nun schon seit Jahren immer wieder aufs Neue präsentiert und Preiserhöhungen als alternativlos bezeichnet.“ Dem entgegen bleiben die Zuschüsse der Bundesländer und Kommunen seit Jahren konstant.

Der VCD hatte in Zusammenarbeit mit dem Fahrgastverband ProBahn, dem Ökolöwe – Umweltbund Lepzig und weiteren Verbänden bereits im letzten Jahr eine Petition angestoßen, um ein Ende dieser Preisspirale zu bewirken. „Mehr als 8.000 Menschen haben die Petition unterzeichnet, aber geändert hat sich bis heute nichts“, kritisiert der Vorsitzende des VCD Elbe-Saale die Verbandsmitglieder des MDV. „Es kann nicht sein, dass ausschließlich die Fahrgäste für die Mehrkosten zahlen müssen.“

Vor allem die fehlenden Zuschüsse der Kommunen, Landkreise und der Bundesländer machen immer wieder neue Preisrunden für die Kunden notwendig.

„Als Antwort auf unsere Petition haben wir aus den Landkreisen und den Städten die Nachricht erhalten, dass intensiv an alternativen Finanzierungsmöglichkeiten gearbeitet werde“, berichtet Laurenz Heine, „allein, bis heute sehen wir keine Ergebnisse.“

Der VCD als mitgliederstärkster Fahrgastverband in Mitteldeutschland befürchtet, dass die Fahrgäste durch solche Versprechungen nur hingehalten werden.

„Es ist an der Zeit, dass die Verbandsmitglieder des MDV endlich handeln und nicht auf mögliche alternative Finanzierungskonzepte warten, sondern jetzt eigene Mittel in die Hand nehmen“, drängt Heine. Denn laut der Antworten auf die Petition sollen im Jahr 2016 bereits erste Vorschläge umgesetzt werden. Schließlich sollten die Verbandsmitglieder erkennen, dass auch unter sozialen Gesichtspunkten ein weiteres Drehen an der Preisspirale nicht möglich ist. „Schon jetzt gehören die Fahrpreise im MDV-Gebiet mit zu den höchsten in Deutschland, während das Einkommen der Menschen in Mitteldeutschland weit unter dem bundesdeutschen Durchschnitt liegt,“ erläutert der Vorsitzende des Landesverbands.

Der VCD fordert daher die Verbandsmitglieder des MDV auf, ihrer Verantwortung gerecht zu werden. Bis zum Erschließen alternativer Finanzierungsquellen, müssen die Verbandsmitglieder die steigenden Kosten auch mit eigenen Mittel ausgleichen – und eben nicht nur die Fahrgäste zur Kasse bitten.