VCD Dresden steht hinter Tempo 30

Tempolimit nachts auf der Waldschlösschenbrücke dient nicht nur Fledermäusen

In der Diskussion zu Tempo 30 nachts auf der Waldschlösschenbrücke steht die Ortsgruppe Dresden des ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD) zur geltenden Regelung. „An dieser Stelle nachts eine Geschwindigkeitsbeschränkung anzuordnen, ist nun einmal beschlossene Sache, wie auch die Waldschlösschenbrücke an sich nun einmal beschlossene Sache ist. Das Tempolimit zu ändern, liegt nicht einmal im Ermessen der Stadt.“ Damit reagiert Karsten Imbrock, Sprecher der VCD-Ortsgruppe Dresden, auf die jüngsten Äußerungen von FDP-Chef Holger Zastrow. „Die endgültige gerichtliche Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts zur Rechtmäßigkeit der Brücke steht ja sogar noch aus!“, so Imbrock weiter. „Da sollte Herr Zastrow im Rahmen des schwebenden Verfahrens doch bitte mehr Maß walten lassen. Gerade er sollte es doch besser wissen, da er sich doch selbst mit der Hofewiese gerade mitten im Landschaftsschutzgebiet der Dresdner Heide engagiert. Das finden wir übrigens sehr löblich, Heide-Wanderern künftig einen weiteren Ort zur Einkehr zu verschaffen.“

Was die strenge Geschwindigkeitsüberwachung auf der Waldschlösschenbrücke und andernorts anbelangt, gibt es weitere Argumente. Dazu meint Gunnar Reichel als Dresdner VCD-Aktiver, der sich für den bürgergerechten Straßenverkehr engagiert: „Blitzer dienen nicht der ‚Abzocke‘ sondern an sensiblen Stellen der Stadt der Regelüberwachung. Es geht immer um die Verkehrssicherheit, den Lärmschutz oder wie im Fall der Waldschlösschenbrücke eben um den Naturschutz. Nicht die Einnahmen durch Blitzer sollten im Fokus des öffentlichen Interesses stehen, sondern die Zahl der Autofahrer, die sich eben nicht an das Tempolimit halten und zu schnell fahren. Sie kennen die Konsequenzen und verstoßen trotzdem gegen die klare Regelung – kein Grund sich über die Stadtverwaltung zu empören.“

Viele Dresdner müssen nachts unter erhöhten Lärmbelastungen des Straßenverkehrs schlafen. Allein ein einzelner Raser sorgt nachts für enormen Krach, der sich auf die angrenzenden Gebiete ausbreitet. Da ist es nur legitim, die Geschwindigkeit genau zu überwachen. Nicht umsonst arbeitet die Stadt auch an einem Lärmaktionsplan.

Abschließend gibt Clemens Kahrs, Schatzmeister im VCD-Landesvorstand zu bedenken: „Die Waldschlösschenbrücke verursacht jährlich Überwachungs- und Unterhaltungsaufwand in Millionenhöhe, welche das Stadtsäckel belasten. Das Geld fehlt an anderer Stelle wie zum Beispiel dem Ausbau von Radwegen, dem Fußwegausbau und auch der Fahrbahnsanierung. Da ist es auch legitim, dass Raser ihren ‚freiwilligen Beitrag zum Substanzerhalt‘ zahlen.“