„Die Busse zu blockieren bringt die Bahn nicht zurück“

Pressemitteilung zur abbestellten Bahn zwischen Döbeln und Meißen:

Der Landesverband Elbe-Saale des ökologischen VCD hat wie viele andere ehrenamtlich Aktive aus der Region für den Erhalt der Regionalbahn geworben: „Wir danken allen, die mit uns gekämpft haben. Leider haben wir es nicht geschafft die Verantwortlichen für unsere Ideen für den Erhalt zu gewinnen.“, so Laurenz Heine, der Vorsitzende des Verbandes.

Der VCD richtete für den Protest unter anderem eine Facebookseite ein, die mehr als 1100 Anhänger hat. Die Seite „Für den Erhalt der Bahn zwischen Döbeln und Meißen“ hat er nun umbenannt in „Für die Reaktivierung der Bahn Döbeln – Meißen“.

Einige Bahnnutzer haben auf Facebook angekündigt, dass sie das neue Nossener Busnetz meiden wollen. „Das halten wir für den falschen Weg“, so Lutz Dressler, einer der VCD-Aktiven und Befürworter der Bahn, „denn die Busse zu blockieren bringt die Bahn nicht zurück.

So paradox es klingt: Das beste Argument für eine Reaktivierung der Bahn sind übervolle Busse. Fahren sie hingegen fast leer durch die Gegend, drohen eher weitere Kürzungen. Es muss sich zeigen, dass mehr Menschen mit einer attraktiven Bahnverbindung bewegt werden können.“

Wer dazu aufruft die Busse zu blockieren, beschleunigt den Abbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) in der Region allerdings nur immer mehr.

Der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) kündigte Anfang Dezember in einer Pressemitteilung schon an, dass vor dem Hintergrund der sinkenden Nahverkehrsmittel des Bundes der dauerhafte Bestand von Nebenstrecken weiter überprüft werden müsse.

Ebenso kündigte der Verbund an, dass es den lange geplanten 15-Minuten-Takt der Dresdner S-Bahn nach Meißen wohl nicht geben werde. Dressler: „Zwar gibt es jetzt Versuche seitens der Landespolitik, die ÖPNV-Zuweisungen des Bundes noch nachzuverhandeln.
Doch viel zu erhoffen, sei dabei nicht mehr.“ Der VCD Landesverband als größte unabhängige Interessenvertretung der Fahrgäste in Sachsen warnt die Politik nachdrücklich den ÖPNV weiter aufs Abstellgleis fahren zu lassen. „Es ist absehbar, dass durch die nicht ausreichenden Nahverkehrsmittel spätestens ab 2019 ein größerer Kahlschlag im
sächsischen Nahverkehr droht!“ ergänzt Heine. „Der VCD bietet Fahrgästen verschiedene Möglichkeiten dagegen aktiv zu werden, unter anderem gibt es im Landesverband den Arbeitskreis ÖPNV-Finanzierung.
Und auch mit einer VCD-Mitgliedschaft kann man einen wichtigen Beitrag leisten unsere Arbeit zu unterstützen.“