Das Döbelner Tarifwirrwarr weitet sich aus

Nicht nur die Bahn nach Meißen wird zum Fahrplanwechsel ab Sonntag abbestellt. Mit Start des neuen Busnetzes Nossen wird der VVO-Tarif auch in Döbeln anerkannt und verschlimmert das hiesige Tarifwirrwarr, dessen Ende der VCD-Landesverband Elbe-Saale als Interessenvertreter der Fahrgäste schon mehrfach forderte. Der Verband glaubt trotz einer beim Ministerium angesiedelten ÖPNV-Strategiekommission nicht daran, dass es in naher Zukunft einfacher wird.

Lutz Dressler, Sprecher im VCD-Landesverband: „So wird man kaum mehr Menschen für Bahn und Bus gewinnen und so zum Teil das Auto ersetzen – statt die Tarife zu vereinheitlichen, passiert genau das Gegenteil.

Das Nahverkehrssystem muss endlich verständlicher werden!“ Aus dem Döbelner Tarifdschungel ließe sich bestimmt ein Quiz-Spiel entwickeln, so Dressler. „Es gewinnt derjenige, der die günstigste Fahrkarte findet.“

Jedem ÖPNV-Neukunden wie auch den Döbelner Touristen empfiehlt er sich in einem Servicepunkt umfassend beraten zu lassen.

Für viele Relationen gibt es mehrere Fahrtwege und damit verschiedene Fahrpreise. Manchmal findet man auch auf einer Strecke verschiedene Angebote: Döbelner, die einen Tagesausflug nach Leipzig planen, können entweder eine MDV-Tageskarte nutzen oder ein Sachsenticket. Auf beiden Tickets können bis zu 5 Personen fahren. Je nachdem wie viele Personen fahren, ist entweder das eine oder das andere Ticket das günstigere Angebot. „Aufpassen muss man immer bei den Tarifbedingungen, so gilt zum Beispiel das Sachsenticket Montag bis Freitag erst ab 9.00 Uhr“, so Dressler.

VCD kritisiert neue Broschüren zum Busnetz Nossen

In einer Broschüre zum neuen Nossener Busnetz stellt der VVO den neuen kombinierten VMS-VVO-Tarif vor. Darin ist für die Relation von Döbeln nach Nossen ein Preis von 5,60 Euro angegeben.

VCD-Sprecher Lutz Dressler: „Da Nossen die Sondertarifzone 38 B des VMS bleibt, kann man auf der Linie 750 zwischen Döbeln und Nossen weiterhin zum VMS-Tarif fahren, dieses Ticket kostet nur 3,30 Euro. Die Hinweise auf das VMS-Angebot fehlen in der Information des VVO. Pendler, die jetzt von der Bahn in den Bus umsteigen müssen, zahlen bei der Wahl des teureren Tarifes sogar fast 50 Euro für eine Monatskarte zu viel.“

Weiterhin fehlt in der Broschüre die Info, dass auf der Buslinie 416 neben dem VVO-Tarif auch der VMS-Tarif bis zur Tarifzonengrenze in Meila möglich ist, so steht es zumindest in den neuen Fahrplänen des VMS.