Sachsen muss Bus und Bahn mitfinanzieren!

Bushaltestelle am Bahnhof Weintraube

Bushaltestelle am Bahnhof Weintraube

Bund und Länder haben kürzlich nach mehreren Jahren Streit einen Kompromiss bei der zukünftigen Aufteilung der Nahverkehrsmittel an die Bundesländer erreicht. Für Sachsen bedeutet das nichts Gutes: Bis 2030 fehlen 893 Mio. Euro. Lutz Dressler, Sprecher der Radebeuler Regionalgruppe des ökologischen Verkehrsclub (VCD) sieht darin eine Gefahr für den hiesigen Nahverkehr:

„Die Landespolitik muss genau jetzt aktiv werden und die langfristige Sicherung und den Ausbau des Nahverkehrs künftig aus Eigenmitteln sicherstellen und so den Verkehrsunternehmen Planungssicherheit geben!“

Während bei der Regionalexpresslinie zwischen Dresden und Leipzig mit Halt in Radebeul als wichtige und gut ausgelastete sächsische Verbindung wahrscheinlich auch langfristig nicht gespart wird, ist der für viele Pendler wichtige Viertelstundentakt auf der S-Bahn in Radebeul noch nicht in Sicht – trotz Investitionen von über einer Milliarde Euro seit den 1990er-Jahren zwischen Bad Schandau und Meißen. „Hier sehen wir das Land in der Pflicht“, so Dressler, „um mehr Menschen für den Umstieg auf Bus und Bahn zu gewinnen“. Die fünf sächsischen Schmalspurbahnen, wie die Lößnitzgrundbahn, sollten hingegen vollständig aus Landesmitteln finanziert werden, statt die geringer werdenden Regionalisierungsmittel zu binden. Der tägliche Dampfzugbetrieb ist bis 2020 gesichert, für die Zeit danach fehlt noch ein Finanzierungkonzept.

Für die Straßenbahnlinie 4 als eines der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsmittel müssen langfristig Mittel eingeplant werden. „Bis 2021 ist die Verbindung über den Verkehrs- und Investitionsvertrag sicher gestellt. Kürzungen in der Zeit danach wären aber für die Radebeuler besonders bitter“, verdeutlicht der VCD-Sprecher. „Weiterhin muss vor allem in den Abendstunden und an den Wochenenden der Takt der Busse verdichtet werden. Radebeul ist eine wachsende Stadt, es braucht auch dringend eine bessere Anbindung der anderen Elbseite.“ Derzeit haben die Buslinien als wichtige Zubringer zur Bahn teilweise nur einen Stundentakt.

„Die jährliche Fahrpreiserhöhungen sind für viele Fahrgäste ein Ärgernis“ kritisiert Dressler vom VCD. „Auch hier muss der Freistaat gegenwirken.“

Um die Lokalpolitik wachzurütteln und eine nachhaltige Finanzierung des Nahverkehrs beim Land einzufordern braucht der Verband die Unterstützung durch neue Mitstreiter bzw. neue Mitglieder, die jederzeit dem VCD willkommen sind.