Busse und Bahnen sichern Mobilität im ländlichen Raum

VCD kritisiert geplante Kürzungen beim ÖPNV

Auf der Sitzung des sachsen-anhaltischen Landtags soll am 11. Dezember über Kürzungen im Bahnverkehr entschieden werden. Akut bedroht sind die Strecken Klostermanns-feld – Wippra, Wittenberg – Bad Schmiedeberg und Merseburg – Schafstädt.

Noch vor wenigen Wochen wurde darüber diskutiert, den Etat des Nahverkehrs wenigstens so weit aufzustocken, um zumindest den bisherigen Leistungsumfang im Nahverkehr sichern zu können. Doch auch diese Erhöhung scheint nunmehr vom Tisch zu sein.

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Elbe-Saale kritisiert die Kürzungspläne scharf und fordert die Landesregierung auf, sich auch finanziell zu einem leistungsfähigen ÖPNV in Sachsen-Anhalt zu bekennen.

„Wenn der Haushalt wie geplant beschlossen wird, dann ist nicht nur das Schicksal der genannten Bahnstrecken besiegelt. In der Konsequenz stehen dann auch viele weitere Strecken vor dem Aus“, erläutert der Vorsitzende des VCD Elbe-Saale, Michael Schmiedel.

Vor allem die ländlichen Regionen Sachsen-Anhalts und die Tourismusbranche werden dadurch schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die ohnehin grassierende Landflucht wird so nur weiter verstärkt.

„Anstatt durch eine Stärkung der Angebote den ländlichen Raum auch für Jugendliche als Lebens- und Arbeitsort attraktiv zu gestalten, werden strukturschwache Regionen nun erst recht abgehängt“, kritisiert der VCD-Vorsitzende Schmiedel und ergänzt: „Für den VCD ist klar: Die Erschließung einer Region ist Aufgabe der Daseinsvorsorge und darf nicht allein aus wirtschaftlicher Perspektive bewertet werden.“

Sollten die Kürzungen wie geplant beschlossen werden, gefährdet das die Mobilität der Menschen im ländlichen Raum, die eben nicht auf ein eigenes Auto zurückgreifen können oder wollen. Ohne eine ernsthafte Debatte, wie Sachsen-Anhalt auch in Zukunft nachhaltig und umweltfreundliche die Mobilität seiner Bewohner sichern will, sind diese Kürzungen nicht hinnehmbar.