Erfurt rollt auch ohne Motor

Der von der VCD Ortsgruppe Erfurt und weiteren Verbänden organisierte Autofreie Tag 2014 auf dem Erfurter Anger war wieder ein großer Erfolg. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer rollten auch im Demonstrationszug quer durch die Stadt mit.

Am 21. September war internationaler autofreier Tag – ein Tag an dem das Auto einfach mal stehen gelassen werden soll und dazu aufgerufen wird, sich mit alternativen Verkehrsmitteln fortzubewegen. Ein breites Bündnis beteiligte sich auch in Erfurt am Aktionstag und bestückte den Anger am Sonntagnachmittag mit zahlreichen Infoständen zu den Alternativen zur Automobilität und machte mit einem bunten Demonstrationszug durch die Stadt auf sich aufmerksam.

Das es überhaupt einen Autofreien Tag in Erfurt geben konnte war nicht selbstverständlich. Die Stadt konnte auch in diesem Jahre keine Gelder für die Veranstaltung bereitstellen. Initiiert von der Erfurter Rollrunde, beteiligten sich aber zahlreiche Organisationen, wie z.B. die Grüne Jugend, die Critical Mass und der VCD. Sie stellten an Ihren Ständen nicht nur vielfältiges Infomaterialien zu alternativen Verkehrsmitteln und grünen Mobilitätskonzepten bereit, die Passanten konnten Skates und E-Bikes auch gleich vor Ort im Hindernisparcours  testen. Am VCD-Stand wurden auch Ideen von Passanten eingesammelt, wie Sie zukünftig noch öfter auf ihr Auto verzichten können.

Autofreier Tag in Erfurt. Foto: P. Kosok

Autofreier Tag in Erfurt. Foto: F. Stolp

Höhepunkt war der einstündige Umzug durch die Stadt mit Longboards, Fahrrädern, Rollschuhen und allem was auch ohne Motor rollt. Die Redner der Demonstration sparten nicht mit Kritik, etwa am löchrigen Radwegenetz der Stadt oder dem oft unzureichendem Miteinander von Autofahrern und denjenigen die nicht-motorisiert auf den Straßen unterwegs sind. Dennoch wurde deutlich, dass man gerade in Erfurt bereits heute schon hervorragen auch ohne Auto mobil sein kann und das nicht nur an einem Sonntag im Jahr. So sagte etwa Falco Stolp, Sprecher des Erfurter VCD: „Erfurt sollte, getreu dem Stadtwappen, im kommenden Jahr  wieder mit vielen Rädern und mit Unterstützung des Stadtrates beim autofreien Tag dabei sein!“.

Als die rund 100 Teilnehmerin und Teilnehmer gegen 15:30 Uhr schließlich wieder auf dem Anger ankamen, setzten sie in Form eines aus Menschen, Fahrrädern und Skateboards geformten 20 Meter großem Rades auf dem Anger ein Symbol für eine lebenswerte und mobile Landeshauptstadt, die auch mit deutlich weniger Autos auskommt, die eben auch ohne Motor rollt.

Trotz des hereinbrechenden Regenschauers am Nachmittag zog Organisator und Vorstand der Erfurter Rollrunde Christopher Kutzner ein positives Resümee: „Unser Ziel war es, den Leuten deutlich zu machen, dass man nicht ständig auf das Auto angewiesen ist und sich im urbanen Raum auch anders fortbewegen kann. Viele Erfurterin und Erfurter kamen heute an die Stände oder beteiligten sich am Umzug. Ich sehe die Menschen sind mittlerweile sehr sensibel für die Folgen des Autoverkehrs in der Stadt und überdenken immer häufiger ihr Mobilitätsverhalten“.