Sanierung der Königsbrücker rückt weiter in die Ferne

VCD Dresden zeigt sich enttäuscht

Der Stadtratsbeschluss zur Sanierung der Königsbrücker Straße mit der modifizierten Planungsvariante 7mod wird auch von der Dresdner Ortsgruppe des Verkehrsclub Deutschland VCD scharf kritisiert: „Eine weitere Chance wurde vertan, den bisherigen Planungen eine Planungsvariante gegenüber zu stellen, die dem Stadtratsbeschluss aus 2011 („Sanierung im Bestand“) und dem geltenden Regelwerk für die Planung von Stadtstraßen entspricht. Beide Anforderungen erfüllt die V7 eindeutig nicht, auch wenn Stadtverwaltung, CDU und FDP das unisono immer wieder behaupten. Damit verliert Dresden wiederum viel Zeit, denn die Sanierung der Straße rückt nun noch weiter in die Ferne, zulasten der Dresdner und vor allem zulasten der unmittelbar betroffenen Anwohner. Niemand in der Stadtverwaltung oder in den befürwortenden Stadtratsfraktionen soll meinen, das nun bevorstehende Planfeststellungsverfahren werde ein Durchmarsch“, so Gunnar Reichel vom Dresdner VCD.

Die Tatsache, dass von den vielen in der Einwohnerversammlung Mitte Januar vorgebrachten Wünschen und Anregungen gerade einmal 2 Punkte von der Stadtverwaltung als würdig betrachtet wurden, weiter verfolgt zu werden (und auch das nur mit unüberhörbarem Unbehagen), lasse tief blicken.

Die Planung nach Variante 7 ist laut VCD nicht nur fehlerhaft, sondern auch unambitioniert. Fast wie zum Hohn wird noch behauptet, vor allem wegen der Radwege müsse die Straße so breit geplant werden. Der Baubürgermeister, immerhin studierter Stadtplaner, hat es vermieden, zunächst für die Königsbrücker Straße städtebauliche Ziele (Verminderung der stadtteiltrennenden Wirkung, Verbesserung der Aufenthaltsfunktion) zu definieren, an denen sich eine Verkehrsplanung hätte orientieren können.

Stattdessen wurden schlicht bekanntermaßen veraltete Verkehrszählungen und Prognosen zur Planungsgrundlage gemacht, und das auch noch mit falschen Prämissen. Der nichtmotorisierte Verkehr wurde hingegen gar nicht erst gezählt und bewertet. Mit der fragwürdigen Begründung, eine moderne wachsende Stadt brauche breite Straßen, werden seit Jahren unter Baubürgermeister Marx nach Ansicht des VCD viel zu breite Straßen mit viel zu vielen Ampeln gebaut. Das geht zulasten der Stadtkasse und zulasten der Lebensqualität entlang diesen Straßen. In anderen Großstädten Deutschlands und Europas ist man da längst weiter und plant teils schon seit den 80er Jahren die Städte nicht vorrangig für den Verkehr, sondern für den Bürger.

Der VCD wird weiterhin tatkräftig alle diejenigen Kräfte unterstützen, die für eine schmale und damit stadtteilverträgliche und bürgernahe Sanierung der Königsbrücker Straße werben. „Jetzt erst recht, denn die Stadt gehört nicht dem Autoverkehr, sondern uns Bürgern!“, so der VCD-Sprecher.