Verbände fordern den Erhalt der Bahnstrecke Döbeln – Meißen

Mittelsachsen darf nicht vom Bahnverkehr abgekoppelt werden

Leipzig, 25. November 2013. Mehrere Umweltverbände warnen davor, das Ende der Bahnverbindung Döbeln – Meißen voreilig zu besiegeln. Hintergrund ist, dass am 28.11. beim Zweckverband Verkehrsverbund Oberelbe (ZVOE) und am 29.11. beim Zweckverband Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) darüber beraten werden soll, die Bahn künftig durch Busse ersetzen zu lassen.

Eine Abbestellung zum jetzigen Zeitpunkt wäre laut dem ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD), Landesverband Elbe-Saale, ein völlig falsches Signal. Ein von den Verkehrsverbünden beauftragtes Gutachten empfehle zwar die Einstellung der Bahnverbindung. Aus Sicht des stellvertretenden Landesvorsitzenden des VCD, Michael Schmiedel „wird dieses Gutachten aber dem Anspruch einer objektiven Bewertung der Bahnstrecke nicht gerecht, da unter anderem Fahrgastpotentiale nicht ausreichend berücksichtigt worden sind.“ Daher hat der VCD ein Positionspapier mit dem Titel: „Zukunft für die Bahn in Mittelsachsen – Wie man anstelle von Streichungen einen attraktiven Schienenverkehr umsetzen kann“ verfasst und den Entscheidungsträgern zur Verfügung gestellt.

Auch die NaturFreunde fordern den Erhalt der Bahnverbindung in Mittelsachsen. „Schon jetzt ist es oftmals schwierig, die Ziele für unsere Aktivitäten mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen“, betont der Vorsitzende der NaturFreunde Sachsen, Tilmann Schwenke. Mit der Bahn sind derzeit viele touristische Ziele in der Flusslandschaft der Freiberger Mulde sehr einfach von Dresden über Meißen zu erreichen, eine Grundlage für nachhaltigen Tourismus in der Region. Die Einstellung der Bahnlinie würde diesen Zustand erheblich verschlechtern.“

Für den BUND ist klar: „Eine nachhaltige Verkehrspolitik weg vom Vorrang des motorisierten Individualverkehrs und weg von den fossilen Brennstoffen kann nur funktionieren, wenn der Schienenverkehr gefördert wird – und nicht eingestellt,“ so der Landesvorsitzende und Nachhaltigkeitsforscher Professor Felix Ekardt. Hier sei auch der Freistaat in der Pflicht, den Aufgabenträgern des Nahverkehrs ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung zu stellen.

Die Verbände fürchten, dass mit der Abbestellung des Schienenverkehrs zwischen Döbeln und Meißen ein Präzedenzfall geschaffen wird. Wenn nur allein auf die derzeitigen Fahrgast-zahlen geschielt wird, dann stehen bald auch weitere Strecken in Sachsen zur Disposition. Vor allem für die ländlichen Regionen Sachsens wäre eine solche Entwicklung fatal. Denn der schleichende Verfall der öffentlichen Verkehrsinfrastruktur würde die Abwanderung aus dem ländlichen Raum nur zusätzlich verstärken.