Verkehr in Thüringen: Zu teuer und mit falschen Prioritäten

Erfurt. Die Landesverbände von EVG, VCD und BUND kritisieren, dass Mobilität in Thüringen weiterhin zu teuer ist und Straßenneubau vor ÖPNV-Angeboten stehe. Der Mobilitätsindex 2013 der „Allianz pro Schiene“ zeige, dass das Land in diesen zentralen Feldern der Verkehrspolitik auf den untersten Plätzen verharrt.

Der Mobilitätsindex bewertet sowohl die praktische als auch die theoretische Verkehrspolitik. Der Statistik-Index umfasst z.B. Bezahlbarkeit, ÖPNV-Qualität und Nachhaltigkeitsaspekte. Der Politik-Index erfasst die Zielfestschreibung und Berichterstattung z.B. für Lärm, Flächenverbrauch und Sicherheit.

Thüringen habe nur deshalb eine so gute Gesamtplatzierung erreicht, weil es auch für Lippenbekenntnisse Wertungspunkte gebe. Den wohlformulierten Regierungszielen stünde oft aber eine mangelnde Umsetzung gegenüber.

Fakt ist: Die Qualität des ÖPNV wird weiterhin so schlecht bewertet wie im Vorjahr. Mit dem Rückzug aus der Fläche und der Fokussierung auf den ICE-Knoten Erfurt in den kommenden Jahren sei sogar eine weitere Verschlechterung zu befürchten.

Traurige Realität ist auch: In keinem anderem Flächenland müssen so viele Menschen aus Kostengründen auf Mobilität verzichten wie in Thüringen.

Als Konsequenz aus diesen Missständen fordern EVG Thüringen, VCD Thüringen und BUND Thüringen, dass das Land seine Verkehrspolitik auch an den selbst gesteckten Zielen ausrichtet. Eine nachhaltige und an die Bevölkerungsentwicklung angepasste Verkehrsplanung sei unabdingbar. Sie schlagen deshalb vor, die „Mitte-Deutschland-Bahn“ auszubauen und einen echten landesweiten Umweltverbund mit bezahlbaren Tarifen zu schaffen.