Döbeln – Meißen: Onlineauskunft der Bahn fällt beim Test durch

Der ökologische Verkehrsclub VCD, Landesverband Elbe-Saale glaubt fest daran, dass die von der Abbestellung bedrohte Bahn zwischen Döbeln und Meißen noch gerettet werden kann. „Fahrgäste, Tourismuswirtschaft und die Politik müssen jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen“, so Landesverbandssprecher Lutz Dressler. Auf www.facebook.com/bahnzukunftnossen hat der VCD daher eine Unterstützerseite eingerichtet. Soll die Bahn erhalten werden, dann brauche es neben einem verbesserten Fahrplanangebot, einfacheren und gerechteren Tarifen unter anderem auch eine verlässliche Auskunft. Beim VCD-Test fiel die Onlineauskunft der Bahn durch. „Das Potential der Bahn zwischen Döbeln und Meißen liegt neben dem Pendlerverkehr insbesondere beim touristischen Verkehr, bei beiden hat die Auskunft versagt.“, so Dressler. 

Unsinnige Angebote für Pendler

Wer gern täglich die Bahn nutzen möchte, der kommt auf fast allen Relationen im Schnitt deutlich günstiger als mit dem eigenen PKW. Deswegen hat sich der VCD zuerst für die Monatskartenangebote der Bahn interessiert. Diese bekommt man nicht über die Fahrplanauskunft, sondern muss sie auf einer eigenen Seite im Menü der Bahnwebsite finden. Wer bis Montagvormittag hier die Relation Deutschenbora – Meißen eingegeben hat, der bekam einen saftigen Preis angezeigt:  254,70 € würde die Monatskarte kosten! „Das ist eine derbe Falschauskunft. Die Monatskarte, die vom Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) angeboten wird, kostet in Wahrheit 42,50 €“, so Dressler. Schaut man sich das genauer an, erkennt man den Fehler, der von der elektronischen Auskunft gemacht wird: Der Weg der Verbindung wird mit „Döbeln Hbf – Riesa – Coswig (Dresden)“ benannt. Dabei werden die Bahn-Tickets auch zwischen Meißen-Triebischtal und Meißen im Stadtbus C anerkannt, da dieser offiziell den Ersatzverkehr für die wegen Bauarbeiten verkürzte Regionalbahn leistet.

Fahrradtouristen werden auf Umwege geschickt

Wenn Dresdner auf dem Muldentalradweg ab Nossen in die Pedale treten wollen und vorher mit dem Nahverkehr anreisen möchten, dann können sie in der Fahrplanauskunft unter www.reiseauskunft.bahn.de das Häkchen für die Fahrradmitnahme setzen. Auch sie werden auf große Umwege geschickt, die Auskunft kennt für sie lediglich zwei RE-RB-Verbindungen: Einmal mit Umstieg in Riesa und Döbeln und einmal mit Umstieg in Leipzig. „Dabei könnte man auch wunderbar mit der S-Bahn bis Meißen fahren“, sagt der VCD-Sprecher. „Statt mit dem Stadtbus C, der nicht wirklich Platz für Fahrräder bietet, ist man bis Meißen-Triebischtal auch bequem in gut einer Viertelstunde geradelt.“

Unpassende Umstiegshaltestelle in Meißen

Seit über einem Monat gibt es in Meißen-Triebischtal einen neuen Bahnsteigzugang. Wer mit dem Ersatzverkehr im Stadtbus C kommt, der steigt jetzt am besten nicht mehr an der Niesnerstraße um – wie es die Bahnauskunft noch immer empfiehlt – sondern am Wilhelm-Walkhoff-Platz. 250 Meter Wegeinsparung wären so drin. „Wenn der Bus im Stau steht, dann ist die Umsteigehaltestelle mit dem kürzesten Weg wichtig, insbesondere dann wenn die Bahn nur alle zwei Stunden fährt“, sagt der VCD-Sprecher. „Die Bahn hat das trotz mehrmaliger Hinweise bis heute nicht in ihrer Auskunft geändert, bei der VVO-Auskunft ging das ganz schnell.“