Neue Fernbuslinie Ruhrgebiet-Kassel-Halle-Dresden

Mit einer Stunde Verspätung kam die Premierenfahrt an: am Donnerstag ging die neue Fernbuslinie Ruhrgebiet-Kassel-Halle-Dresden in Betrieb. Am Nachmittag wurden die ersten Fahrgäste begrüßt.

Einmal am Tag verkehrt die neue Busverbindung des Anbieters „Mein Fernbus“ künftig. Dann hoffentlich pünktlich. Denn eine Brückenbaustelle brachte den Zeitplan durcheinander. 19,50 Euro kostet die Strecke von Halle nach Dresden und damit 13,50 Euro weniger als im IC der Deutschen Bahn. Bei zeitiger Buchung sind es sogar nur 8 Euro. Dafür braucht der Bus aber auch 2:30 Stunden, die Bahn ist eine Stunde schneller.

71 cm Beinfreiheit haben Reisende, 15 Zentimeter weniger als im ICE der Bahn. Bei der Verpflegung kann dafür im Gegensatz zum Bordbistro der Bahn ordentlich gespart werden. 1 Euro kostet ein Sandwich, der Kaffee 1.50 Euro. Ein Handgepäck und zwei Koffer sind im Preis drin, 5 Euro kostet jeder weitere Gepäckstück und 9 Euro ein Fahrrad. Im Bus gibt es kostenfreies Internet.

Mit einer Packung Siedesalz aus dem Hallorenmuseum und Hallorenkugeln begrüßte die VCD Verkehrsclub Deutschland Regionalgruppe Halle-Saalekreis den ersten Bus auf dem Halleschen Busbahnhof. Außerdem gab es vom Regionalgruppen-Verantwortlichen Jürgen Bruder, VCD Mitglied Ralf Kuke und dem VCD-Landesvorsitzenden Jan Krehl Blumen und als besonderes Highlight vier Halloren-Schlackwürste.

“Wir freuen uns das ein weiteres Unternehmen die Stadt Halle mit dem Fernbus anbindet und eine attraktive Alternative zum Auto und den Mitfahrzentralen anbietet.” So Jürgen Bruder, Verantwortlich für die VCD Regionalgruppe Halle-Saalekreis. Jan Krehl, Fernbus Experte im VCD und im Landesvorstand für die drei Mitteldeutschen Bundesländer sagte den kritischen Pressevertretern der BILD und der Mitteldeutschen Zeitung “Die viel befürchteten Abwanderungen von Bahnreisenden auf dem Bus gibt es nachweislich nicht. Zwischen Erfurt und Halle, Halle und Berlin, sowie Leipzig und Berlin gibt es bereits seit vielen Jahren von der Firma Steinbrück Reisen aus Gotha stark nachgefragte Fernbus Verbindungen die die drei mal am Tag in jede Richtung fahren. Von der Bahn sind nur zwischen 5 und 8 Prozent der Fahrgäste in den Bus gewechselt während auf den Strassen und Autobahnen weniger Autos unterwegs sind. Graue Geschäftsmodelle von Kleintransporter die zwischen den Städten pendeln und PKW Fahrten haben abgenommen und der Fernbus spart nicht nur Geld, sondern er schon auch die Umwelt.” Am Ende sagte Krehl das der Fernbus der Bahn keine Konkurrenz mache, da die Bahn im Takt von morgens bis Abends zuverlässig fährt, mehr Bewegungsfreiheit bietet, der Service besser ist und dank Ökostrom mit dem IC und ICE fahren die Bahn auch mit geringster Auslastung umweltfreundlicher ist als jeder voll besetzte Bus. Martin Lorenz, aktives Mitglied in der Regionalgruppe Halle-Saalekreis und stellvertretender Vorsitzender im VCD Landesverband Elbe-Saale e.V. fügte hinzu “Es ist wichtig für Halle das der Fernverkehr nicht an der Stadt vorbei fährt und nur Ziele wie Leipzig angesteuert werden. Halle hat im Gegensatz zu Leipzig die Infrastruktur mit dem Busbahnhof die es weder in Dresden noch in Leipzig für den Bus gibt. Halle hat das Potential als Umsteigeknoten für den Fernbusverkehr und die Infrastruktur. Unternehmen sollten sich nicht blenden lassen von Einwohnerzahlen und Werbung. Halle übersehen Fernbusunternehmen im Schatten von Leipzig oft und fahren an unserer schönen Stadt vorbei.” Vor der Weiterfahrt nach Dresden appellierten Jürgen Bruder, Ralf Kuke, Martin Lorenz und Jan Krehl an MeinFernbus.de weitere Linien über Halle zu fahren, es Steinbrück Reisen nach zu machen und die Linien welche über die A9 von Berlin nach Süden fahren und am Flughafen halten über Halle fahren. Die Fahrzeit über Halle sei kaum länger als der Halt am Flughafen. Fernbus-Sprecher Gregor Hintz kündigte bereits weitere Linien an.