18 Jahre Stillstand an der Königsbrücker Straße

Aufruf zur Demo für eine bestandsnahe Sanierung

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) ruft gemeinsam mit der Initiative „Königsbrücker muss leben“ und dem ADFC alle Bürgerinnen und Bürger auf, an der Demo für eine wirklich bestandsnahe Sanierung der Königsbrücker Straße teilzunehmen und damit Flagge für eine stadtverträgliche Verkehrsplanung zu zeigen. Start ist am kommenden Freitag (12.4.) um 17:00 Uhr an der Schauburg.

Hintergrund: Die Entscheidung für eine Ausbauvariante wird voraussichtlich demnächst im Dresdner Stadtrat gefällt. Dabei stehen die Varianten V5 („vierspurig“) und V7 („bestandsnah“) zu Auswahl. Beide Varianten sehen eine Verbreiterung des Straßenquerschnitts (Bordstein zu Bordstein) von heute ca. 10 Metern auf 18 – 23 Meter vor (siehe Grafik).

„Mit beiden Varianten wird die Königsbrücker Straße zur Stadtautobahn. Unter „bestandsnah“ versteht der VCD etwas anderes. Auch mit der V7 ist das heutige urbane Flair nach wie vor gefährdet“, so der VCD-Sprecher Hannes Lieberoth. Besondere Sorge bereiten die geringen Gehwegbreiten in den Haltestellenbereichen: sie sind bei beiden Varianten problematisch eng. Der VCD fordert ein Umdenken bei den Planungsarbeiten. Statt wie bisher alle Wünsche der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer in vollem Umfang zu berücksichtigen und in den Straßenquerschnitt einzubauen, müsse die Planung vom Bebauungsrand her gedacht werden. Aufgrund des hohen Fußgängeraufkommens vor den Geschäften auf der Neustädter Seite (stadtauswärts) ist ein breiter Gehweg unverzichtbar. Die 6,50 Meter breiten Gehwege sind auf dieser Seite vollständig und durchgängig zu erhalten. Etwas Spielraum besteht  stadteinwärts. Da hier weniger Geschäfte vorhanden sind, ist eine Verringerung der Gehwegbreite um bis zu 2 Meter vertretbar. Somit stünden ca. 14 Meter für den Straßenquerschnitt für alle Verkehrsteilnehmer zur Verfügung, die sich  Straßenbahn, Autos und Fahrradfahrer wie folgt teilen könnten: 6,50 Meter nehmen die überfahrbaren Straßenbahngleise mit dem für Dresden beschlossenen Gleismittenabstand in Anspruch. Somit wäre neben den Gleisen Platz für 3,75 Meter breite Fahrstreifen, die genug Raum für Autos und Radfahrer bieten, allerdings ohne eigenen Radstreifen (siehe Grafik). Flächen für den ruhenden Verkehr sind aus VCD-Sicht an der Königsbrücker Straße am ehesten verzichtbar, für Anlieferverkehre könne es zum Befahren bestimmter Flächen auf den Fußwegen Sonderregelungen mit einem gewissen Zeitfenster geben.

Die beiden Varianten V5 und V7 sehen an vielen Stellen den gleichen Straßenquerschnitt vor.
Lediglich in den Kreuzungsbereichen ist die V7 etwas schlanker als die V5. Durch enge Fußwege (ca. 4 Meter) an Aufkommensschwerpunkten wie z. B. Haltestellenwartebereiche und Eingang REWE sind Konflikte vorprogrammiert.
Die Baupläne beider Varianten sind unter http://www.koenigsbruecker-mussleben.de/details.php einsehbar.

Der Überschlag zeigt, dass bereits mit einem Straßenquerschnitt von 14 Metern eine zukunftsfähige, wirklich bestandsnahe und damit stadtverträgliche Lösung möglich ist. Die prognostizierten Verkehrsmengen für 2025 liegen mit unter 20.000 Autos pro Tag deutlich unter den heutigen, was für die vorgeschlagene Lösung spricht. Der begrenzte und sensible Raum erfordert auf die vorherrschende Situation eingehende Kompromisse und keine Standardlösungen. Um die Verkehrssicherheit zu erhöhen fordert der VCD auf dem Abschnitt Bischofsweg – Albertplatz auch nach der Sanierung Tempo 30. Das verbessert die Situation der Radfahrer auf den gemeinsamen Fahrstreifen und macht zusätzliche Ampeln, wie in V5 und V7 vorgesehen, zwischen den jetzt bestehenden Anlagen überflüssig.