Verkehrssicherheit: VCD für mehr Bürgerbeteiligung

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Elbe-Saale mahnt mehr Geschwindigkeitskontrollen auf sächsischen Straßen an. Raserei sei ein ernstzunehmendes Problem, weshalb der Verband sich von der sächsischen Staatsregierung einen Bürgerdialog zum Thema Regelakzeptanz wünscht. „2012 gab es in Sachsen einen Anstieg der Raser-Unfälle mit Personenschaden zu verzeichnen, ca. 2.700 Crashs dieser Art zählt die Statistik insgesamt. Nicht angepasste Geschwindigkeit bleibt damit eine Hauptunfallursache “, so der VCD-Verkehrssicherheitsexperte Hagen Riedel.Die große Mehrzahl der Autofahrer habe sich schon im Straßenverkehr durch Raser bedrängt gefühlt. Leider nehmen es viele mit dem Tempolimit aber selbst nicht ganz genau – Regelverstöße werden so zur Regel.“

Scharfe Kritik äußerte der stellvertretende VCD-Landesvorsitzende Michael Schmiedel an der Lobbyarbeit des ADAC. Dieser stelle in regelmäßigen Abständen einen Zusammenhang zu einer vermeintlichen „Abzocke“ am Autofahrer her und fordert Kontrollen lediglich an Unfallschwerpunkten zu konzentrieren.

„Für Hinterbliebene und Angehörige von Unfallopfern ist diese ADAC-Logik besonders schmerzlich. Gemeinschaftlich verbindliche Regeln sind von großer Bedeutung für das Funktionieren des gesamten Straßenverkehrs – wir können es doch nicht dem Einzelnen überlassen zu entscheiden, wo eine Geschwindigkeitsübertretung vertretbar ist und wo nicht“, so Schmiedel. Der VCD setze sich daher mit Nachdruck für einen erhöhten Kontrolldruck ein.

Geschwindigkeitsbeschränkungen bestehen laut VCD auch nicht nur aus Sicherheitsgründen, auch lärmgeplagte Anwohner fordern häufig Temporeduzierungen.

Ergänzung, 3. April:

Michael Schmiedel, stellvertretender Vorsitzender des Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Elbe-Saale erklärte zu den heutigen Äußerungen von Staatsminister Sven Morlok: „Radarwarngeräte als Beitrag zur Steigerung der Verkehrssicherheit zu verkaufen ist absurd. Der VCD erwartet von der sächsischen Staatsregierung einen Bürgerdialog zur Frage, wie eine höhere Regelakzeptanz geschaffen werden kann, keine Beihilfe um Strafen für Geschwindigkeitsverstöße zu umgehen.“