Albertbrücke muss während Sanierung für Straßenbahn offen bleiben

Sanierungsbedürftige Albertbrücke (Bestimmte Rechte vorbehalten, Urheber: Ykaphrykoi, Quelle: Wikimedia Commons)

FDP gefährdet Baustart an der Albertbrücke

Die Ortsgruppe Dresden des Verkehrsclubs Deutschland e. V. unterstützt die breite Stadtratsmehrheit bei den Sanierungsplänen der Albertbrücke. Der jüngste FDP-Vorstoß im Stadtrat, die Brücke während der Sanierung für den Kfz-Verkehr offen zu halten und dafür für die Straßenbahn zu sperren verteuert das Bauvorhaben immens. „Es ist unverständlich, mit welcher Energie die FDP-Fraktion ihre Klientelpolitik betreibt und dabei bewusst Mehrkosten von insgesamt über 9 Mio. € in Kauf nimmt“, so der VCD-Sprecher. Der größte Teil der Mehrkosten (6 Mio. €) entstünde für die DVB durch die Einrichtung eines Ersatzverkehrs über die Brücke und Fahrgastverluste während der Bauzeit. Zusätzlich verteuert sich die Sanierung durch die Verlängerung der Bauzeit um neun Monate um 3,1 Mio. €.

Neben der Stadtratsinitiative setzt die FDP auch im Verkehrsministerium an. Dieses droht den Fördersatz zu reduzieren, wenn der Autoverkehr während der Bauzeit nicht über die Albertbrücke rollen kann. Geschieht das, entstünden der Stadt nochmals Mehrkosten in Millionenhöhe, die im städtischen Haushalt nicht vorhanden sind. Dadurch wäre der Beginn der dringend notwendigen Sanierungsmaßnahmen ernsthaft gefährdet.

In ihrer Hauptargumentation scheint die FDP zu vergessen, dass mit der Eröffnung der Waldschlösschenbrücke im Juni 2013 die anderen Elbrücken deutlich entlastet werden. Derzeit passieren auf zwei Spuren pro Richtung 40.000 Fahrzeuge pro Tag die Albertbrücke. Prognosen der Stadt sagen einen Rückgang um 10.000 Kfz durch die Eröffnung der Waldschlösschenbrücke voraus. Der FDP-Vorschlag sieht nur eine Fahrspur je Richtung für den Autoverkehr während der dafür notwendigen 29-monatigen Bauzeit vor. Die Durchlässigkeit für 30.000 Fahrzeuge ist also auch so nicht gegeben, rund 10.000 Fahrzeuge müssten einen Umweg in Kauf nehmen. Für die 20.000 Fahrgäste der Straßenbahnlinien ergäben sich für zwölf Monate erhebliche Behinderungen durch den Busersatzverkehr über die Albertbrücke, Umleitungen der Straßenbahnlinien 6 und 13 über andere Brücken sind aufgrund fehlender Weichen nicht möglich. Die DVB geht davon aus, dass viele der jetzigen 20.000 Fahrgäste diese Lösung nicht akzeptieren und während der Bauzeit auf ihr Auto umsteigen werden und damit die Verkehrssituation an den Elbquerungen noch verschärfen.

Die derzeitig vom Stadtrat favorisierte Variante geht von einer 20-monatigen Bauphase aus. Die Straßenbahn kann während der gesamten Bauzeit die Albertbrücke befahren, für den Autoverkehr wäre sie neun Monate gesperrt. In dieser Zeit entstehen somit Umwege für 30.000 Autofahrer.

Bei beiden Varianten sind also ca. 30.000 Verkehrsteilnehmer pro Tag betroffen, wobei der Zeitraum der Vollsperrung für den Kfz-Verkehr nur neun Monate dauert und nicht zwölf Monate wie die Variante der Sperrung für die Straßenbahn.

Deshalb fordert der VCD die Offenhaltung der Albertbrücke für die Straßenbahn während der gesamten Bauzeit. Gleichzeitig appelliert der VCD an das Verkehrsministerium, die Entscheidung der Mehrheit des Stadtrates zu akzeptieren und den Fördersatz nicht zu reduzieren.