Schulanfänger aufgepasst: So wird der Schulweg sicher

VCD gibt Tipps und rät, zu Fuß zu gehen

In der kommenden Woche beginnt für die Kinder in Thüringen das neue Schuljahr und viele Kinder gehen zum ersten Mal in die Schule. Eltern sollten daher nicht nur an wichtige Dinge wie die Zuckertüte denken, sondern sich auch Gedanken über den Schulweg machen, der für die Kinder oft der erste Schritt zur selbstständigen Mobilität ist. Wenn die Eltern sie denn lassen – viele haben Angst vor Unfällen und bringen ihre Kinder daher mit dem Auto zur Schule. Allerdings entgehen den Kindern dadurch wichtige Erfahrungen. „Wenn Kinder ihren Schulweg selbstständig zurücklegen, lernen sie Geschwindigkeiten und Entfernungen besser einzuschätzen, sie lernen sich zu orientieren und erlangen so Routine, sich sicher im Verkehr zu bewegen. Diese Chance sollten Eltern ihren Kindern nicht vorenthalten“, so Andreas Grimm, Landessprecher Thüringen des ökologischen Verkehrsclubs VCD, Landesverband Elbe-Saale. Der VCD ermutige daher alle Eltern und Kinder zu Fuß zur Schule zu gehen – zunächst gemeinsam und dann selbstständig.

Auch aktuelle Unfallstatistiken sprechen für das Zu-Fuß-Gehen: Bundesweit ist die Zahl der verunglückten Kinder je Tausend in den letzten Jahren deutlich gesunken. Von 1.000 Kindern verunglücken pro Jahr durchschnittlich 3,2 Kinder im Straßenverkehr. Metropolen mit Einwohnerzahlen im Millionenbereich wie Berlin und Hamburg sind dabei nicht gefährlicher als kleinere Städte mit 100.000 oder 200.000 Einwohnern, bestätigt der »VCD Städtecheck Verkehrssicherheit 2012«. So ist in Thüringen z. B. in Erfurt ein Rückgang der Unfälle mit Kindern festzustellen. Die ebenfalls getesteten Städte Jena und Gera zeigen jedoch einen Anstieg, allerdings auf vergleichsweise niedrigem Niveau der durchschnittlichen Verunglücktenrate je 1000 Kinder. Die Einzelheiten zum »VCD Städtecheck Verkehrssicherheit 2012« finden sich unter http://www.vcd.org/vcd_staedtecheck.html. Der VCD fordert daher alle Städte in Thüringen auf, das Thema Verkehrssicherheit politisch und öffentlich voranzutreiben, um die Sicherheit der Kinder deutlich zu erhöhen.

Um das Gefahrenpotential auf dem Schulweg möglichst gering zu halten, rät der VCD-Sprecher, vor dem Schulanfang gemeinsam mit den Kindern einen sicheren Weg festzulegen. Dieser müsse nicht der kürzeste sein, sollte stattdessen mögliche Gefahrenstellen wie unübersichtliche, große Kreuzungen meiden. Um das Verhalten in möglichen Gefahrensituationen zu trainieren, empfehle es sich, den Schulweg mehrmals gemeinsam abzulaufen. Bei einer Gehgemeinschaft, wie zum Beispiel dem so genannten Laufbus, könnten sich Eltern bei der Begleitung abwechseln, bis die Kinder den Weg selbständig schaffen.

Andreas Grimm betont: „Es gibt viele Möglichkeiten, den Schulweg sicherer zu machen. Kein Grund also, die Kinder mit dem Auto zu chauffieren. Ganz im Gegenteil: Eltern, die ihr Kind bis vor das Schultor fahren, gefährden dabei oft andere Kinder durch zusätzliche Autofahrten.“ Deswegen sollten Eltern gleich ab Anfang des neuen Schuljahres das Auto stehen lassen. Weiterer Vorteil: Die Kinder treffen Freunde und kommen fit und aufnahmefähig in der Schule an.

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