VCD begrüßt absehbares Aus für Elbe-Saale-Kanal

Der VCD Landesverband Elbe-Saale e.V. begrüßt ausdrücklich das sich abzeichnende Ende der Planungen für den Elbe-Saale-Kanal. „Damit ist der Weg frei für eine ausschließlich touristische Nutzung der Saale und dem weiteren Ausbau der Schienennetze“, sagte der Vorstandsvorsitzende Jan Krehl. Der VCD stelle sowohl das angenommene Frachtaufkommen in Frage, das der bisherigen Planung zugrunde liege, als auch den verkehrswirtschaftlichen Sinn des Projekts.

„Großprojekte wie der Elbe-Saale-Kanal, werden für Zeiträume von 50 bis 100 Jahre geplant. Angesichts der bisherigen Entwicklung des Frachtaufkommens auf den Wasserstraßen abseits der Hauptrouten muss bezweifelt werden, dass die von der Industrie angegebenen Tonnagen in 20, 30 oder 40 Jahren realistisch sind. Im Zweifel würde der Elbe-Saale-Kanal nie effektiv genutzt und bleibt für den Steuerzahler ein kostenintensives Prestigeobjekt mit äußerst geringem Nutzen“ sagte Krehl weiter. Außerdem sei durch kalte Winter mit vereisten Gewässern sowie durch Niedrig- und Hochwasser auf der Elbe die sich an den Kanal anschließende Wasserstraße nicht ganzjährig befahrbar, so dass ohnehin zeitweise auf andere Verkehrsträger umgestiegen werden müsse.

Die Schiene ist nach Ansicht des VCD-Landesverbandsvorsitzenden bei entsprechendem Ausbau bedeutend leistungsfähiger und umweltverträglicher als die Binnenschifffahrt. „Zudem ist der Transport auf der Schiene umweltfreundlicher.“ betonte Krehl. Der VCD fordert das Land Sachsen-Anhalt und den Bund als Inhaber der Deutschen Bahn auf, die Schieneninfrastruktur auszubauen und leistungsfähiger zu machen, damit es attraktiver werde, Produkte mit dem Zug zu transportieren.“

Jetzt ist der Weg frei, verstärkt in die Schiene zu investieren und den umweltfreundlichen Schienengüterverkehr zu stärken“, stellte VCD-Sprecher Krehl fest. Er betonte abschließend noch, dass der Industrie-Lobbyverband zur Hebung der Saaleschifffahrt bei Sport- und Freizeitschifffahrt unbegründete Ängste geschürt habe: „Selbst eine Abwertung der Saale als Restwasserstraße wäre problemlos, da Schleusen weiter betrieben werden und die geringere Wassertiefe für Sport- und Freizeitschiffe weniger kritisch ist als für die gewerbsmäßige Frachtschifffahrt.“