VCD-Standpunkt zur Mitte-Deutschland-Fernbahn östlich von Weimar

Der VCD legt in einem Standpunktpapier (PDF; 160 KB) detailliert dar, warum er keine Fernzüge auf der Mitte-Deutschland-Verbindung östlich von Weimar in seinem Fernverkehrskonzept fordert. Lesen Sie dazu auch unsere Pressemitteilung vom 14. Juni 2012:

Diskussion zum VCD-Fernverkehrskonzept
Fahrgastverband VCD begründet Bevorzugung des Fernverkehrs auf der Saalbahn vor einer Mitte-Deutschland-Fernbahn in Ostthüringen

Das Fernverkehrskonzept für Mitteldeutschland, das der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Landesverband Elbe-Saale in der letzten Woche vorgelegt hat, wurde zwischenzeitlich durch die IHK Ostthüringen kritisiert, da es auf der Mitte-Deutschland-Verbindung (MDV) zwischen Weimar und Chemnitz nur Regionalverkehr vorsehe. Der VCD greift diese Kritik jetzt auf und erläutert sein Konzept. Er stellt aber auch klar, dass der MDV eine wichtige Bedeutung zukomme. „Nur“, so VCD-Sprecher Andreas Grimm: „das VCD-Konzept priorisiere im Augenblick wohlüberlegt den Fernverkehr auf der Saalbahn. Dieser ist durch die Neubaustrecke über Erfurt mit einem großen Fragezeichen versehen.“ Und wenn die für Fahrgäste außerordentlich wichtige Verbindung mit Anschlüssen nach Berlin und Dresden erst einmal weggefallen sei, könne kaum noch mit einer Wiedereinrichtung gerechnet werden.

Hinzu kommt: „Die Reisezeit Erfurt – Gera wäre mit den Fernzügen (den Einsatz neuer Doppelstock-ICs unterstellt) länger als mit den derzeit eingesetzten Regionalzügen mit Neigetechnik. Ohne Elektrifizierung Weimar – Gera käme noch einmal ein Lokwechselhalt in Erfurt oder Weimar von ca. 10 min hinzu“, so Grimm.

Einen wichtigen Unterschied sieht der VCD auch in der Herangehensweise seines Konzeptes: Im Gegensatz zu den Planungen der Bahn müsse zuerst der künftige Fahrplan feststehen, denn es müsse ja klar sein, welche Züge wo und wann fahren und wie deren Finanzierung sichergestellt werden könne. „Erst dann leiten wir daraus ab, welche Infrastruktur notwendig ist. Schließlich haben wir die Bahn oft genug dafür kritisiert, dass sie es anders gemacht hat, wie zum Beispiel beim Leipziger City-Tunnel: Viel Steuergeld ist hineingeflossen und am Ende musste festgestellt werden, dass er zumindest für den Fernverkehr fast vollkommen unnütz ist“, so der Sprecher des Fahrgastverbandes.

Andreas Grimm, der auch stellvertretender Vorsitzende des VCD-Landesverbands ist, signalisierte gegenüber den Kritikern des Fernverkehrskonzeptes Verständnis: „Wir begrüßen ausdrücklich das Engagement der IHK für einen Fernverkehrsanschluss von Gera. Mittelfristig wird er zumindest auf der MDV leider aus mehreren Gründen wohl nicht machbar sein. Viel wichtiger wäre ein Fernzug Hof-Gera-Leipzig. Wir werden prüfen, wie wir diesen Zug in unser Konzept integrieren können.“ Der Verkehrsclub hat auf seiner Website www.vcd.org/elbe-saale zusätzlich ein Standpunktpapier zur Mitte-Deutschland-Verbindung veröffentlicht, in dem er im Detail erläutert, warum er in seinem Fernverkehrskonzept vorschlägt, die Fernzüge in Weimar enden zu lassen und sie nicht über Gera nach Chemnitz zu verlängern.