Was bleibt vom sächsischen „Bahngipfel“?

Foto: Gilbert Weise (Gera)

Am Donnerstag, den 7. Juni haben sich Bahnchef Grube, der sächsische Ministerpräsident Tillich und sein Landesverkehrsminister Morlok zum sächsischen „Bahngipfel“ getroffen. Die Beteiligten haben dazu Presseinformationen veröffentlicht:

Der VCD Elbe-Saale kritisiert das Ergebnis des Treffens

Die Einwohner Sachsens und ganz Mitteldeutschlands werden weiter im Unklaren gelassen, was die Bahn wirklich plant.

Es ist bezeichnend, dass über Infrastrukturmaßnahmen diskutiert wurde, aber nicht über Betrieb und Nutzung derselben. Bevor über Neubaumaßnahmen gesprochen wird, muss doch klar sein, welches Angebot dort gefahren werden soll. Gerade im Personenverkehr muss es ein weitreichendes Konzept geben, damit die Infrastruktur sich nach dem gewollten Fahrplan richtet und nicht der Fahrplan nach den Lücken im Netz. Nach diesem Prinzip verbessert die Schweiz seit Jahrzehnten erfolgreich ihr Bahnnetz: Zuerst werden die Verkehrsströme der kommenden 10 bis 20 Jahre prognostiziert und danach der Fahrplan entwickelt. Danach kann dann ermittelt werden, an welchen Stellen die Strecken beschleunigt oder neu gebaut werden müssen.

Nach Auffassung des VCD konzentrieren sich Bahn und Politik in Deutschland zu sehr auf einzelne Neubaustrecken, deren Nutzen für das Gesamtnetz nicht immer plausibel nachgewiesen ist. Der spätere Bahnbetrieb erscheint zweitrangig.

Bei der DB lesen wir: „Leipzig ist heute schon eine der am besten angebundenen Städte bundesweit.“ Warum landet die Stadt dann bei der ifo-Studie zur Erreichbarkeit deutscher Großstädte durch den Schienenpersonenverkehr auf Platz 58 (von 80)?

Ziel des VCD ist ein echtes Konzept, wie man von Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt aus in die benachbarten Regionen kommt! Dem VCD geht es um Transparenz und Ehrlichkeit in der Planungsphase. Sehr wichtig ist auch die Übersichtlichkeit des Systems vor allem aus der Sicht der Bahnkunden! Und das geht eben mit einem Angebot so wie es der VCD vorgelegt hat.

Wir sind natürlich sehr auf die Reaktionen der Bahn und der Politik zu unserem Konzept gespannt!